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Die folgenden Therapieformen haben sich als vielversprechend bei der Behandlung der KDS erwiesen:

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Die KVT besteht aus einer Anzahl von kognitiven und verhaltensbezogenen Behandlungstrategien, u.a.:

  • Psychoedukation: Die Patienten erhalten ausführliche Informationen über das Störungsbild der KDS sowie über kognitiv-behaviorale Erklärungsmodelle zur Entstehung und Aufrechterhaltung der körperdysmorphen Symptome (z.B. den Einfluss negativer Interpretationen auf Emotionen sowie die Rolle von Vermeidung und ritualisierten Verhaltensweisen bei der Symptomaufrechterhaltung)

  • Selbstbeobachtung: Die Patienten lernen, ihre auf das Aussehen bezogenen negativen Gedanken und Interpretationen sowie problematische Verhaltensweisen (z.B. das Vermeiden von sozialen Situationen oder Blickkontakt, Vermeiden oder häufige Überprüfen des Aussehens in Spiegeln, exzessive Pflegerituale, Zupfen der Haut oder Haare, Vergleichen des eigenen Aussehens mit dem Aussehen anderer Personen) zu beobachten, um auf die jeweiligen Aspekte anschliessend in der Therapie näher einzugehen.

  • Kognitive Strategien: negative Interpretationen (z.B. "Die Leute hinter mir machen sich gerade über mich lustig, weil ich eine so grosse Nase habe") werden auf ihre Gültigkeit sowie Nützlichkeit überprüft. Die Patienten lernen, relevante kognitive Fehler zu identifizieren (z.B. Alles-oder-Nichts-Denken, Gedankenlesen) und ihre negativen Interpretationen zu korrigieren (z.B. "Es gibt keine Beweise dafür, dass sich die Leute gerade über mich lustig gemacht haben. Vielleicht haben sie aus ganz anderen Gründen gelacht, die gar nichts mit mir zu tun hatten").

  • Verhaltensbezogene Strategien: konkrete Planung und Umsetzung von 1.) Aktivitäten, die die Patienten aufgrund ihres Aussehens vermeiden, 2.) Abbau ritualisierter Verhaltensweisen, und 3.) Spiegelexpositionen, bei denen die Patienten u.a. konkret lernen, ihr Aussehen global zu betrachten ("the big picture") anstelle ihre Aufmerksamkeit selektiv auf die Aspekte ihres Aussehens zu richten, die sie als negativ bewerten, sowie ihr Aussehen neutral zu beschreiben.

Pharmakotherapie

In den letzten Jahren haben einige Studien die Wirksamkeit von Psychopharmaka, insbesondere von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI = Selective Serotonin-Reuptake-Inhibitor), bei der Behandlung von Patienten mit einer KDS (einschliesslich Patienten ohne oder mit geringer Krankheitseinsicht) belegt. Hierbei ist es wichtig, dass die Medikamente über einen angemessenen Zeitraum (ca. 3 Monate oder länger) eingenommen werden müssen, bevor darüber entschieden wird, ob das spezielle Medikament sich als wirksam oder nicht erwiesen hat. Oftmals erhalten die Patienten sowohl eine medikamentöse Behandlung als auch KVT.

Nicht wissenschaftlich belegte bzw. unwirksame Behandlungsformen

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass sich andere Therapieformen als wirksam erweisen (z.B. psychodynamische/-analytische Therapien oder Hypnose). Nach dermatologischen Behandlungen oder Schönheitsoperationen sind die Patienten oftmals sehr unzufrieden mit dem Ergebnis der Behandlung bzw. der Fokus der Belange richtet sich auf einen anderen Aspekt des körperlichen Aussehens.                                                                     

Last Update: 7/03/07 © Ulrike Buhlmann, 2007